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Bildungswerk des Bayerischen Verkehrsgewerbes (bbvg) e.V.

Hinweis Verkehrsleiter

Wenn Sie Fragen zum Verkehrsleiter haben, wenden Sie sich bitte direkt an uns. Aufgrund unserer Kontakte zu den zuständigen Stellen können wir Ihnen individuell helfen. Nachfolgende Informationen sollen und können nur einen groben Überblick geben.

Beim Verkehrsleiter handelt es sich um die verantwortliche, fachkundige Person in einem Transportunternehmen. Dies ist in den meisten Betrieben der Unternehmer selbst, es kann aber auch eine andere Person zum Verkehrsleiter bestellt werden.

Dabei unterscheidet man grundsätzlich zwischen dem internen und dem externen Verkehrsleiter:
  • Der interne Verkehrsleiter steht entweder als Inhaber oder als leitender Angestellter in einer echten Beziehung zum Unternehmen.
  • Der externe Verkehrsleiter dagegen arbeitet über einen sogenannten Geschäftsbesorgungsvertrag auf selbständiger Basis für das Güterkraftverkehrsunternehmen. Allerdings ist seine Tätigkeit - im Gegensatz zum internen Verkehrsleiter - auf max. vier Unternehmen mit insgesamt höchstens 50 Fahrzeugen beschränkt. Zudem darf der Verkehrsleiter ausschließlich im Interesse des Unternehmens handeln, d.h. es darf keine anderweitige geschäftliche Beziehung zwischen ihm und seinem Auftraggeber geben.

Die VO (EG) 1071/2009 legt in Artikel 4 Absatz 2 b zudem ausdrücklich fest, für welche Aufgaben der externe Verkehrsleiter in jedem Fall mindestens verantwortlich sein muss:

Zu den zu regelnden Aufgaben zählen insbesondere
  • das Instandhaltungsmanagement für die Fahrzeuge
  • die Prüfung der Beförderungsverträge und -dokumente
  • die grundlegende Rechnungsführung
  • die Zuweisung der Ladung oder die Fahrdienste an die Fahrer und Fahrzeuge
  • die Prüfung der Sicherheitsverfahren
Sowohl der interne wie der externe Verkehrsleiter müssen jedoch
  • eine fachkundige, zuverlässige, natürliche Person sein
  • die Verkehrstätigkeiten des Unternehmens tatsächlich dauerhaft leiten
  • ihren ständigen Aufenthalt in der Gemeinschaft haben

In aller Regel wird die Fachkunde wird durch eine Prüfung vor der IHK erbracht.

Alternativ werden noch Speditionskaufleute, Verkehrsfachwirte sowie Dipl.-Betriebswirte (Fachrichtung Spedition oder Logistik, allerdings nur wenn Studium an der Berufsakademie Lörrach, Mannheim oder an der FH Heilbronn) als fachkundig eingestuft, falls der Ausbildungs- bzw. Studienbeginn vor dem 4. Dezember 2011 war.

Weiterhin kann jemand als fachkundig von der IHK eingestuft werden, wenn eine bereits  vor dem 4. Dezember 2009 mindestens 10-jährige ununterbrochene, leitende Tätigkeit im Bereich
Güterkraftverkehr (nicht Werkverkehr) nachgewiesen werden kann.

Die Zuverlässigkeit dagegen wird durch Vorlage vom Führungszeugnis, von Auszügen aus dem Gewerbezentralregister und dem Fahreignungsregister sowie evtl. weitere Bescheinigungen
belegt.

Eine tatsächliche und dauerhafte Leitung ist gegeben, wenn z.B. der Stellung entsprechende Verantwortlichkeiten, Vollmachten,  Anwesenheitszeiten oder auch Entlohnung vorliegen.

Fazit:

Der Verkehrsleiter hat die tatsächliche und dauerhafte Leitung eines Güterkraftverkehrsunternehmens. Daher sollte er in seinem eigenen Interesse diese Aufgaben sehr ernst nehmen und z.B. auf Einblick in alle relevanten Unterlagen bestehen. Immerhin übernimmt er mit seiner Benennung zum Verkehrsleiter eine Vielzahl von Pflichten, so dass er evtl. Verstöße oder auch Schadenersatzfälle zu verantworten hat.